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Quecksilber
 
 
 

Toxizitat

 

Die toxische Wirkung von Quecksilber besteht in der Zerstörung des biologischen Filmes und der Bildung mit den Eiweißen im menschlichen Körper. Dadurch werden viele lebenswichtige biochemische Prozesse gestört. Die zulässige Schwellendosis beträgt 0,05 mg Hg im Kubikmeter der Luft. Daher stellt freies Quecksilber eine potentielle Vergiftungsgefahr.

Die toxische Wirkung von Quecksilber auf den Organismus hängt vor allem von der Art der chemischen Verbindung und von der Fähigkeit der Quecksilberverbindung, sich in dem Körper abzulagern ab. Besonders toxisch sind organische Quecksilberverbindungen, und zwar metallorganische Verbindungen von Quecksilber und einer Methylgruppe – das so genannte Methylquecksilber (MM).


Die Konzentration von Quecksilber in Lebensmitteln, die aus Pflanzen und Tieren, die im See- und auf dem Lande leben, gewonnen werden, bildet eine Gefahr für den Menschen. Besonders hohe Konzentrationen von Quecksilber können Fische (Thunfisch) sowie Krabben und Schnecken darstellen. Quecksilber wird durch Fische über Kiemen und mit der Nahrung aufgenommen. Da Quecksilber in dem Fischkörper über Hunderte Tage verbleibt, nimmt die Quecksilberkonzentration mit dem Alter der Fische zu. Nach der Einnahme von mit Quecksilber kontaminierten Fischen lagert sich dieses toxische Element in dem menschlichen Körper ab. 80% des durch das Atmungssystem aufgenommenen Quecksilbers bleibt im menschlichen Körper. Das durch das Blut aufgenommene Quecksilber wird in die Bluthirnschranke und die Plazentarschranke transportiert, so dass es sich auch im Gehirn und, bei schwangeren Frauen, im Fötusgewebe ablagert. Rund 90% anorganischer Quecksilberverbindungen lagern sich in den Nieren ab.

Das Quecksilber kommt allerdings nicht nur in der Nahrung vor. Die Kontamination der Umwelt mit Quecksilber erfolgt auch in Prozessen der Verbrennung der Erdölprodukte und der Kohle (in der Umgebung von Kohlenkraftwerken können sich jährlich sogar 400 g Hg/ha ablagern). In den Boden versickert Quecksilber auch aus Fungiziden (besonders gefährlich sind in diesem Zusammenhang Samenbehandlungsmittel). Quecksilber kommt immer in Sanitärabwässern vor, so dass bei ihrem Einsatz als Dünger eine große Gefahr entsteht, dass Quecksilber in die Nahrungsmittel gelingt.

Die größte Vergiftung mit Quecksilberverbindungen, die durch Industrieanlagen emittiert worden sind, wurde in den Jahren 1953–1970 in der Bucht von Minamata (Japan) verzeichnet. In diese Bucht wurde damals unbehandeltes Abwasser aus der chemischen Fabrik eingeleitet. Das im Abwasser angesammelte Quecksilber lagerte sich in den Körpern von Fischen ab, die dann – als nächstes Glied in der Nahrungskette – durch Einwohner der Seeküste eingenommen wurden. Bald wurden bei dieser Population typische Vergiftungssymptome beobachtet: Störung des Sicht- und Hörvermögens, der Bewegungskoordination sowie Krampfanfälle und Zuckungen. Verzeichnet wurden auch akute Krankheiten: Paralyse, Gehörlosigkeit, Seelosigkeit sowie Todesfälle. Insgesamt waren von der Vergiftung circa 100 tausend Menschen betroffen.

Daher sollen quecksilberhaltige Produkte getrennt von üblichem Abfall behandelt werden. Wegen einer hohen Schädlichkeit sind in vielen Ländern spezielle technische Verfahren zur Rückgewinnung von Quecksilber und von anderen Schadstoffen eingeleitet worden, um die Gefahr im Zusammenhang mit der Lagerung gefährlicher Abfälle auf Deponien zu beseitigen. Leider werden in Polen die meisten quecksilberhaltigen Abfälle auf Deponien gelagert und Abfälle aus der Produktion quecksilberhaltiger Produkte vergrößern noch die Halden.


 
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